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Tailor-made in Togo

Ein Ideen.Transfair aus Togo, Chiara Marquart-Tabel 
Verein Niedersächsischer Bildungsinitiativen e.V.

In Togo wird die Bekleidung nach individuellen Vorlieben konzipiert und von einem Schneider angefertigt. Dadurch werden Kultur und Handwerk aufrecht erhalten. Dies ist vor dem Hintergrund von Kleiderspenden aus Europa, die für sehr viel weniger Geld erworben werden können, besonders bemerkenswert. Diese Aufrechterhaltung des Handwerks und der Tradition können auch für Deutschland ein Potenzial darstellen.

Bei dem Schneidern handelt es sich um eine Tradition, die in Togo noch sehr konsequent durchgeführt wird. Die Kleidungsstücke werden eigenständig konzipiert, die Stoffe ausgewählt und von ausgebildeten Schneidern hergestellt. Die Kleider werden zu wichtigen Anlässen wie Feste und Beerdigungen getragen und wirken kulturerhaltend und identitätsstiftend. Der tatsächliche Wert der textilen Erzeugnisse bleibt dadurch präsent. Gleichzeitig wird die elementare Idee einer funktionierenden Gesellschaft durch das Voneinander-Profitieren aufrecht erhalten. Direkten Nutzen haben davon die Schneider/innen selber und indirekt trägt dieser Umgang dazu bei, dass der finanzielle und ideelle Wert der Waren gehalten werden, was, wie ich finde, entscheidend für einen gerechten Handel ist. In Deutschland ist dies nicht mehr so einfach umsetzbar. Aber an der Verbindung zum Handwerk und seiner Wahrnehmung durch die Bevölkerung ließe sich etwas verändern. Gerne würde ich das Schneidern in Deutschland als etwas Alltäglicheres sehen. Durch die Beschäftigung mit dem Herstellungsprozess von Kleidung würde der Wert derselben wieder ins Bewusstsein der Menschen gerufen werden. In der Idee der Aufrechterhaltung des Schneiderhandwerks sehe ich Tradition, Herkunft und Identität vertreten, aber auch die Wertschätzung von Arbeit und jenen, die arbeiten. Die Grundidee des Handwerks, dass ein Jeder von den Stärken des Anderen profitieren kann, also die Gemeinschaft gewinnt, halte ich für absolut wertvoll für eine jede Gesellschaft. Dies würde ich mir auch für Deutschland wieder mehr wünschen.

Zu den visuellen Tagebüchern:

Togo, Tailor-made in Togo1 – 25. Juni 2013 – Besuch bei meinem Schneider
Togo, Tailor-made in Togo 2 – 30. Juli 2013 – 1. Drehtag, Teil 1
Togo, Tailor-made in Togo 3 – 30. Juli 2013 – 1. Drehtag, Teil 2
Togo, Tailor-made in Togo 4 – Perspektive des Regisseurs


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